Der Camping-Boom in Deutschland kennt weiter keine Pause. Mit fast 44,7 Millionen Gästeübernachtungen auf Campingplätzen wurde 2025 ein neuer Rekord aufgestellt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Start der Campingsaison mitteilt. Das sind 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr und rund 25 Prozent mehr als vor der Pandemie.
Verdopplung in 20 Jahren
Der langfristige Trend ist beeindruckend: 2005 verzeichneten Campingplätze in Deutschland noch 21,7 Millionen Übernachtungen – seither hat sich die Zahl mehr als verdoppelt (+105,5 Prozent). Zum Vergleich: Die Übernachtungszahlen über alle Beherbergungsbetriebe hinweg stiegen im selben Zeitraum um 44,6 Prozent. 2025 entfiel rund jede elfte Gästeübernachtung auf einen Campingplatz – 9,0 Prozent aller 497,4 Millionen Übernachtungen bundesweit.
Ostsee und Schwarzwald vorne
Die beliebtesten Reiseregionen für Camper blieben 2025 die schleswig-holsteinische Ostsee mit 3,5 Millionen Übernachtungen und der Schwarzwald mit 2,6 Millionen. Es folgten die niedersächsische Nordseeküste (2,0 Millionen), das bayerische Allgäu (1,8 Millionen) sowie die Region Bodensee-Oberschwaben (1,7 Millionen), die sich in die Top 5 zurückkämpfte.
Ausländische Campinggäste zieht es vor allem in den Südwesten: Der Schwarzwald führt mit 735.000 Auslandsübernachtungen, gefolgt von Mosel-Saar (369.000) und der rheinland-pfälzischen Eifel (301.000).
Fränkisches Seenland ist Campinghochburg
Gemessen am Anteil der Campingübernachtungen an allen Übernachtungen ist das Fränkische Seenland bundesweite Spitze: Fast jeder zweite Gast (47,1 Prozent) übernachtete dort auf einem Campingplatz. Auch das Lausitzer Seenland (37,3 Prozent), der Hegau am Bodensee (33,7 Prozent), die Holsteinische Schweiz (31,1 Prozent) und die Region Haßberge in Franken (26,4 Prozent) liegen weit über dem Bundesschnitt.
Preise steigen stärker als im Gesamtmarkt
Der Boom hat seinen Preis. Wohnmobilstellplätze waren 2025 um 32,2 Prozent teurer als im Pandemiejahr 2020, Campingplatzgebühren stiegen um 28,7 Prozent. Zum Vergleich: Übernachtungen insgesamt verteuerten sich um 26,9 Prozent, die allgemeine Inflation lag bei 21,9 Prozent gegenüber 2020.

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