Führerschein bleibt gefragt: Mehr Prüfungen, hohe Durchfallquoten

Auto fahren (über Erik Mclean)
Auto fahren (über Erik Mclean)

Die Zahl der Führerscheinprüfungen in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen. Nach dem aktuellen Datenreport des TÜV-Verband auf Grundlage der „TÜV | DEKRA arge tp 21“ wurden über alle Klassen hinweg 2,04 Millionen Theorieprüfungen abgelegt – ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber 2024.

Bei den praktischen Prüfungen fiel der Anstieg deutlicher aus: Rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen bedeuten ein Wachstum von 4,9 Prozent oder etwa 90.000 zusätzlichen Prüfungen.

Der Pkw-Führerschein bleibt mit Abstand die beliebteste Fahrerlaubnis. 80 Prozent der Theorie- und 73 Prozent der Praxisprüfungen entfielen auf die Klassen B und BF17.

Junge dominieren das Prüfgeschehen

Laut Statistik waren 68 Prozent der Teilnehmenden jünger als 25 Jahre. 28 Prozent waren sogar unter 18 Jahre alt. Bei den unter 18-Jährigen, die am begleiteten Fahren teilnehmen, fallen die Durchfallquoten geringer aus: 35 Prozent scheiterten in der Theorieprüfung (neun Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Klasse B), in der Praxisprüfung 24 Prozent – 13 Punkte weniger als im Schnitt.

Nichtbestehensquoten bleiben hoch

Trotz steigender Prüfungszahlen bleiben die Durchfallquoten auf hohem Niveau. In der theoretischen Prüfung lag die Nichtbestehensquote über alle Fahrerlaubnisklassen hinweg bei 41 Prozent. In der praktischen Prüfung fielen 31 Prozent der Teilnehmenden durch.

Für die Klassen B/BF17 lagen die Werte bei 44 Prozent in der Theorie und 37 Prozent in der Praxis.

Die Mehrheit besteht allerdings im Erstversuch: 63 Prozent in der Theorie und 65 Prozent in der Praxis. Wiederholungsprüfungen prägen jedoch das Bild. 38 Prozent der Theorie- und 31 Prozent der Praxisprüfungen waren 2025 Wiederholungen – mit deutlich niedrigeren Erfolgsquoten.

Reform der Fahrausbildung umstritten

Im Bundesverkehrsministerium wird derzeit eine Novelle der Fahrausbildung vorbereitet. Der TÜV-Verband begrüßt die stärkere Nutzung digitaler Lernmittel, kritisiert jedoch Vorschläge zur pauschalen Absenkung von Anforderungen, etwa bei Fahrzeit, Prüfungsdauer oder Fragenkatalog.

Gefordert werden bundesweit einheitliche Mindestinhalte, eine stärkere Verzahnung von Ausbildung und Prüfung sowie verpflichtende digitale Lernstandskontrollen vor Prüfungszulassung. Ziel sei es, Wiederholungsprüfungen zu reduzieren und die Verkehrssicherheit langfristig zu sichern.

Ausbildung wirkt – Unfallzahlen rückläufig

Nach Angaben des TÜV-Verbands zeigen Unfallstatistiken positive Effekte qualifizierter Ausbildung. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten 18- bis 25-Jährigen ist seit 2005 um 70 Prozent gesunken – von 1.072 auf 319 im Jahr 2024. Auch Unfälle mit Personenschaden, bei denen 18- bis 20-jährige Pkw-Fahrer die Hauptverursacher waren, gingen seit 2010 deutlich zurück.

Die Statistik zeigt damit ein zweigeteiltes Bild: steigende Prüfungszahlen und anhaltend hohe Durchfallquoten – bei gleichzeitig langfristig sinkenden Unfallzahlen junger Fahrer.

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