Noch nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 1950 haben sich in Deutschland innerhalb eines Jahres so wenige Paare das Ja-Wort gegeben wie 2024. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) zum Welttag der Ehe am 8. Februar 2026 mitteilt, wurden im vergangenen Jahr 349.200 Ehen geschlossen.
Von den insgesamt 698.400 Eheschließenden heirateten rund 79 Prozent zum ersten Mal. Gut 97 Prozent der Ehen wurden zwischen Paaren unterschiedlichen Geschlechts geschlossen, knapp 3 Prozent zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren. Seit Einführung der „Ehe für alle“ im Oktober 2017 werden gleichgeschlechtliche Eheschließungen ab dem Berichtsjahr 2018 statistisch erfasst.
Anteil Verheirateter sinkt seit Jahrzehnten
Ende 2024 lebten rund 34,6 Millionen volljährige Menschen in einer Ehe – knapp 50 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahren. Vor 30 Jahren waren es noch 39,2 Millionen, entsprechend 60 Prozent aller Erwachsenen. Den höchsten Anteil Verheirateter gab es 2024 bei den 65- bis 69-Jährigen: Zwei Drittel (66 Prozent) dieser Altersgruppe waren verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft.
Anteil Lediger deutlich gestiegen
Parallel dazu ist der Anteil lediger Erwachsener stark gewachsen. Ende 2024 waren 23,1 Millionen Menschen ab 18 Jahren ledig – gut 33 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. 1994 lag dieser Anteil noch bei 24 Prozent.
Erste Heirat immer später
Das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung ist binnen 30 Jahren um rund sechs Jahre gestiegen. 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt 32,9 Jahre, Männer 35,3 Jahre alt. 1994 hatte das Durchschnittsalter noch bei 27,1 Jahren (Frauen) beziehungsweise 29,4 Jahren (Männer) gelegen.
Scheidungen später – Ehen halten länger
Auch das Alter bei Scheidungen steigt. 2024 lag es bei 44,6 Jahren bei Frauen und 47,6 Jahren bei Männern – jeweils rund acht Jahre höher als 1994. Zugleich dauert eine Ehe bis zur Scheidung heute länger: 2024 lag die durchschnittliche Ehedauer bei 14,7 Jahren, 1994 waren es noch 12,0 Jahre. Insgesamt wurden 2024 rund 129.300 Ehen geschieden, leicht mehr (+0,3 Prozent) als im Vorjahr.
Deutschland leicht über EU-Durchschnitt
Im europäischen Vergleich wird in Deutschland gemessen an der Bevölkerung etwas häufiger geheiratet als im EU-Durchschnitt. 2023 kamen hierzulande 4,3 Eheschließungen je 1.000 Einwohner, im EU-Schnitt waren es 4,0.
Die höchsten Werte verzeichneten laut Eurostat Rumänien (5,8), Lettland (5,6) und Ungarn (5,2). Die niedrigsten Bulgarien (3,4), Italien (3,1) und Slowenien (3,0).


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