Französische Atombehörde räumt mögliche Probleme bei Kernkraftwerk Penly ein

Morpheus2309, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
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Die französische Atomaufsichtsbehörde hat ein mögliches Sicherheitsproblem bei einem weiteren Kernkraftwerk eingeräumt. „Die Mängel, die bei den Reaktoren der letzten Generation festgestellt wurden, sind auch bei einem anderen Reaktor in Penly in Nordfrankreich festgestellt worden“, sagte die stellvertretende Leiterin des französischen Instituts für Strahlenschutz und Atomsicherheit (IRSN), Karine Herviou, am Donnerstag. Im Dezember waren Risse an einem Sicherheitskühlsystem im westfranzösischen Akw Civaux entdeckt worden.

Der Energiekonzern EDF hatte daraufhin auch zwei Reaktoren in dem Akw Chooz nahe der belgischen Grenze vorsorglich abgeschaltet, da sie nach demselben Konzept gebaut worden waren und ebenfalls von Sicherheitsmängeln betroffen sein könnten. „Wir wissen nicht, ob es anderswo Probleme gibt. Die EDF ist dabei, alle ihre Daten aus früheren Kontrollen zu überprüfen“, erklärte Herviou.

Zehn der 56 französischen Atomreaktoren sind derzeit aus verschiedenen Gründen außer Betrieb. Das Abschalten der Reaktoren führte dazu, dass die Atomkraftwerke im Januar nur noch zwischen 43 und 51 Gigawatt statt 60 Gigawatt produzierten – und das ausgerechnet im Winter, wo allein die Elektroheizungen etwa 30 Gigawatt erfordern.

Der Netzbetreiber RTE warnte bereits davor, dass im Fall einer Kältewelle Industriebetriebe heruntergefahren werden müssen oder es in Privathaushalten stundenweise zu Stromausfällen kommen könne.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet Atomkraft als einen „Glücksfall“ für Frankreich und verweist auf deren gute CO2-Bilanz. Er hat Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro in die Atomkraft und den Bau neuer Reaktoren versprochen. Bislang hat er sich nicht auf den Typ der neuen Reaktoren festgelegt. EDF hat bereits den Bau von sechs weiteren Europäischen Druckwasserreaktoren (EPR) ins Auge gefasst.

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