Wenige Stunden vor dem zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests in Wien zeichnen die aktuellen Wettquoten ein klares Bild: Vier Länder gelten als nahezu sichere Finalisten, dahinter gibt es ein enges Mittelfeld – und ein Land, das kaum eine Chance hat. Die nachfolgenden Quoten wurden am 14. Mai 2026 zwischen 15:18 und 15:58 Uhr MESZ erhoben.
Die fast sicheren Finalisten
An der Spitze stehen Dänemark und Australien mit einer Qualifikationswahrscheinlichkeit von jeweils 96 beziehungsweise 95 Prozent – bei Quoten von 1,01, die kaum Spielraum lassen. Søren Torpegaard Lund tritt mit „Før vi går hjem“ auf Startplatz zehn an, Delta Goodrem mit „Eclipse“ auf Startplatz elf.
Rumänien und die Ukraine folgen mit ebenfalls 95 beziehungsweise 94 Prozent Qualifikationswahrscheinlichkeit – Alexandra Căpitănescu mit „Choke Me“ und LELÉKA mit „Ridnym“ gelten bei den Buchmachern als gesetzt. Alle vier Länder zusammen machen die obere Hälfte des Tableaus aus, in der kaum Spannung herrscht.
Das Mittelfeld: Sechs Länder für sechs Plätze
Interessanter wird es ab Platz fünf. Bulgarien (DARA, „Bangaranga“) kommt auf 88 Prozent, Albanien (Alis, „Nân“) und Tschechien (Daniel Žižka, „Crossroads“) auf je 82 Prozent, Malta (Aidan, „Bella“) auf 79 Prozent. Diese vier Länder gelten als wahrscheinliche Finalisten – aber eben nicht als sichere.
Zypern (Antigoni, „JALLA“) fällt trotz 4,9 Millionen YouTube-Aufrufen auf nur 66 Prozent Qualifikationswahrscheinlichkeit zurück – eine der auffälligsten Bewegungen der Woche. Das Land, das in den Streaming-Zahlen stark vertreten ist, überzeugt die Buchmacher offenbar weniger als das Publikum. Norwegen (JONAS LOVV, „Ya Ya Ya“) kommt auf 61 Prozent.
Kritische Zone: Lettland, Schweiz und Armenien zittern
Für Lettland (Atvara, „Ēnā“) und die Schweiz (Veronica Fusaro, „Alice“) sieht es mit je 43 Prozent ungemütlich aus. Das ist eine bemerkenswerte Einschätzung für die Schweiz, die als Gastgeber des ESC 2025 in Basel noch im Mittelpunkt stand. Armenien (SIMÓN, „Paloma Rumba“) kommt auf 34 Prozent.
Luxemburg liegt mit Eva Marija und „Mother Nature“ auf 33 Prozent – trotz der starken Proben-Eindrücke der vergangenen Tage.
Klarer Außenseiter: Aserbaidschan
Das Schlusslicht ist eindeutig: Aserbaidschan (JIVA, „Just Go“) kommt auf gerade einmal neun Prozent Qualifikationswahrscheinlichkeit bei Quoten zwischen 9 und 12. Das Land, das den ESC 2012 in Baku ausgerichtet und damals eine der aufwändigsten Produktionen der Wettbewerbsgeschichte gezeigt hatte, gilt 2026 als nahezu chancenlos.
Einordnung
Wettquoten sind Momentaufnahmen – und der ESC hat in der Vergangenheit regelmäßig gezeigt, dass Favoriten stolpern und Außenseiter überraschen. Die Qualifikationswahrscheinlichkeiten basieren auf den aggregierten Quoten von bis zu 14 Wettanbietern, erhoben am 14. Mai 2026 zwischen 15:18 und 15:58 Uhr MESZ. Zehn der 15 Länder ziehen heute Abend ins Finale ein – das gibt Raum für Überraschungen.
Das zweite Halbfinale beginnt um 21 Uhr in der Wiener Stadthalle, live auf ARD ONE und in der ARD Mediathek.


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