Linke kritisiert Habeck-Vorstoß für flexibles Renteneintrittsalter

Digitale Arbeit
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Die Linkspartei im Bundestag hat den Vorstoß von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) für ein höheres, freiwilliges Renteneintrittsalter kritisiert. „Wer Erwerbsarbeit im Rentenalter zum neuen gesellschaftlichen Leitbild erhebt, spielt vor allem den Arbeitgebern in die Karten“, erklärte der erste parlamentarische Geschäftsführer der Links-Fraktion, Jan Korte, am Montag. „Für all jene, die aufgrund von Niedriglöhnen und Rentenkürzungen von ihrer Rente nicht mehr leben können, schafft Habeck damit einen faktischen Arbeitszwang.“

Habeck hatte sich im „Handelsblatt“ vom Montag für längere Lebensarbeitszeiten „auf einer freiwilligen Basis“ ausgesprochen. „Man sollte flexibel länger arbeiten können“, sagte der Minister. „Das wäre ein doppelter Gewinn: Wer will, kann sein Wissen, sein Können, seine Erfahrung noch länger einbringen. Davon können Betriebe und die Gesellschaft profitieren. Und wir könnten dem Fachkräftemangel entgegenwirken.“ Habeck schwebt dabei „kein fixes Alter“, sondern „so etwas wie ein Renteneintrittsfenster“ vor.

„Hunderttausende Rentner müssen schon jetzt neben ihrer Rente einem Minijob nachgehen, um über die Runden zu kommen“, erklärte Korte. „Anstatt diese mit dem Gerede von Freiwilligkeit zu verhöhnen, sollte Habeck dafür sorgen, dass Niedriglöhne endlich verboten werden.“ Aufgabe es Wirtschaftsministers sei es auch, „die Arbeitgeber, die sich seit Jahren über den Fachkräftemangel beschweren, dazu zu bringen, etwas für Ausbildung sowie alters- und altengerechte Arbeitsplätze zu tun.“

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