Mordprozess gegen Brüder nach brutaler Tötung von Schwester ab Mittwoch in Berlin

Die Justitia - ein Symbol der Rechtsstaatlichkeit
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Sie sollen ihre ältere Schwester brutal ermordet und die Leiche in einem Rollkoffer mit dem Zug von Berlin nach Bayern gebracht haben: Vor dem Berliner Landgericht beginnt am Mittwoch ein Mordprozess gegen zwei Männer im Alter von 23 und 27 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, das Verbrechen aus niedrigen Beweggründen vor dem Hintergrund „archaischer Ehr- und Moralvorstellungen“ und des in ihrer afghanischstämmigen Familie gepflegten Frauenbilds begangen zu haben.

Die Schwester wandte sich nach Erkenntnissen der Anklagebehörde einem „westlich orientierten Lebensstil“ zu und wollte sich zudem nach Gewaltvorfällen von ihrem Ehemann trennen, mit dem sie bereits im Alter von 16 Jahren verheiratet worden war. Insbesondere diesen Umstand und die Hinwendung der 34-Jährigen zu einem anderen Mann wollten die beiden jüngeren Brüdern demnach nicht akzeptieren.

Die beiden Männer sollen die zweifache Mutter am 13. Juli vergangenen Jahres in Berlin unter einem Vorwand zu einem Treffen gelockt und sie dabei getötet haben. Laut Staatsanwaltschaft würgten und drosselten sie ihre Schwestern, zusätzlich schnitten sie ihr zudem die Kehle auf.

Die Leiche der Frau brachten die Brüder demnach noch am Tattag in einem Rollkoffer mit einem Taxi zu einem Berliner Fernbahnhof, von wo aus sie mit ihrer grausigen Fracht per Bahn nach Bayern fuhren. Dort transportierten sie den Koffer weiter mit einem Auto in die Nähe des Wohnorts des 27-jährigen Angeklagten, um ihn dort zu vergraben.

Medienberichten zufolge war das Opfer nach der Tat zunächst als vermisst gemeldet worden. Durch Hinweise aus dem Umfeld der Frau stand demnach allerdings schnell auch der Verdacht eines Verbrechens im Raum. Laut Staatsanwaltschaft gerieten ihre Brüder dann im Zuge der Ermittlungen ins Visier und wurden etwa drei Wochen nach der Tat festgenommen. Seither sitzen die beiden Männer in Untersuchungshaft.

Die Angeklagten gerieten demnach durch Videoaufnahmen von dem Berliner Bahnhof, durch Auswertung von Mobilfunkzellendaten, Zeugenaussagen und weitere nicht näher benannte Ermittlungserkenntnisse unter dringenden Tatverdacht. Die Geschwister stammen ursprünglich aus Afghanistan, kamen aber bereits mehrere Jahre vor dem Ereignissen nach Deutschland.

Für den Prozess sind Verhandlungstermine bis August angesetzt. Er sollte eigentlich schon Mitte Februar beginnen, der Eröffnungstermin wurde aber krankheitsbedingt verschoben.

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