Zensus: Große Bevölkerungsbefragung in Deutschland beginnt am Sonntag

Zensus - Befragung durch einen Mitarbeiter der Landesbehörden

Ab Sonntag werden im Zensus bundesweit mehr als 30 Millionen Menschen befragt. In der alle zehn Jahre stattfindenden statistischen Erhebung werden zufällig ausgewählten Menschen Fragen zu Themen wie Bildung oder Beruf gestellt. Ziel ist es, eine Datenbasis für Planungen des Bundes zu haben. Eigentlich für das Jahr 2021 angesetzt, wurde der Zensus wegen der Corona-Pandemie auf 2022 verschoben. Fragen und Antworten:

WIE LÄUFT DIE BEVÖLKERUNGSZÄHLUNG AB?

Neben der Zahl der Menschen in Deutschland ermittelt der Zensus, wie sie wohnen und arbeiten. Als Datensatz verwenden die Statistikämter zunächst Verwaltungsregister. Daher müssen nicht alle Menschen Auskunft geben. Rund 10,3 Millionen zufällig ausgewählte Menschen werden in Haushalten zum Beispiel zum Alter oder zur Staatsangehörigkeit befragt. Dazu muss ein rund zehnminütiges persönliches Interview geführt werden. Die Interviewer kündigen sich im Vorfeld schriftlich an.

Rund drei Viertel der Befragten müssen im Anschluss noch in einem Onlineformular Fragen zu den Themen Bildung und Beruf beantworten. Papierfragebögen gibt es nur in Ausnahmefällen. In Gemeinschaftsunterkünften gibt die Einrichtungsleitung stellvertretend für alle Bewohner Auskunft. Zudem werden etwa 23 Millionen Eigentümer von Häusern oder Wohnungen befragt. Sie müssen Auskunft geben zu Baujahr, Größe oder Miete. Damit sollen beispielsweise die durchschnittliche Wohnraumgröße und der Leerstand ermittelt werden.

WAS PASSIERT NACH EINER ZUFÄLLIGEN AUSWAHL?

Wer ausgewählt wird, ist gesetzlich zur Teilnahme verpflichtet. Dabei müssen auch Fristen eingehalten werden. Werden diese trotz mehrmaliger Erinnerung nicht eingehalten, können Zwangs- oder Bußgelder drohen. Wie hoch diese ausfallen, legen die Bundesländer fest.

Betroffene werden schriftlich von ihrem jeweils zuständigen statistischen Landesamt über die zufällige Auswahl informiert. Dieses kündigt auch an, wann die persönlichen Interviews stattfinden. Die Zugangsdaten zum Onlinefragebogen erhalten die Befragten nach dem Interview. Alle Daten werden anonym ausgewertet, damit Durchschnittswerte berechnet werden können.

WAS WAREN DIE KERNERGEBNISSE 2011?

Nach dem Zensus 2011 wurde die Einwohnerzahl Deutschlands auf rund 80 Millionen Menschen nach unten korrigiert. Vorher war von etwa 81,5 Millionen Menschen ausgegangen worden. Das hatte Umverteilungen beim Länderfinanzausgleich zur Folge, weil sich die relativen Bevölkerungsanteile der Bundesländer veränderten.

Mittlerweile dürfte die Zahl der Einwohner durch den Zuzug von Flüchtlingen gestiegen sein. 2011 fand der Zensus erstmals im Rahmen einer EU-weiten Befragung statt. Dies wird auch dieses Mal der Fall sein. Die Ergebnisse für 2022 sollen voraussichtlich am Ende des kommenden Jahres vorliegen.

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